Bioplastik-Geschirr, wie "gut" ist es wirklich?

7 Mar 2019

 

 

Ich suche nach 100% biologisch abbaubaren Stoffen, genauer gesagt würde ich am liebsten Jerseystoffe finden. Als kleine Firma ist es -noch- nicht so einfach an solche Möglichkeiten heranzukommen, gegebenfalls es gibt sie schon auf dem Markt. Ein Material dem ich grosse Bewunderung schenke, ist von der Firma "Freitag" hergestellt worden. Leider kann man das Produkt nicht kaufen um eigene Ideen zu verwirklichen, es wird lediglich Freitag-Kleidung angeboten, was mich nicht dorthin führt, wo ich landen will. Nun gut, jedenfalls bin ich auf einen interessanten Artikel gestossen, den ich hier verlinke. Wer kennt es nicht: "Oh Biokunststofflöffel 100% abbaubar, das muss was Gutes sein, es steht nämlich BIO drauf."

Hier ein kleiner Ausschnitt des Artikels.

 

Die wichtigsten Biokunststoffe

In der Schweiz wird jährlich rund eine Million Tonnen Kunststoff verbraucht. Produkte aus biologisch abbaubarem Kunststoff machen ungefähr 3000 Tonnen aus. Die vier am häufigsten verwendeten Biokunststoffe:

Polylactid (PLA) wird vorwiegend aus Maisstärke gewonnen und entsteht durch eine chemische Reaktion mit Milchsäurebakterien. Die Verwendung von Rohstoffen aus gentechnisch veränderten Pflanzen kann auch in Europa nicht ausgeschlossen werden. PLA wird zur Herstellung von Folien, Bechern, Flaschen und weiterer Gebrauchsgegenstände genutzt. Kompostierbar ist dieser Bioplastik nur in industriellen Werken.

Thermoplastische Stärke/ Stärkeblends (TPS) wird meist aus Mais, Kartoffel, Tapioka oder Weizen gewonnen. Der Anwendungsbereich liegt vor allem in der Verpackungs-und Cateringindustrie, im Agrarbereich sowie im Garten- und Landschaftsbau. Es wird aber auch zur Herstellung von Hygieneartikeln, Textilien und medizinischen Produkten wie Kapseln und Operationsmaterial genutzt. TPS ist komplett biologisch abbaubar.

Polyhydroxyalkanoate (PHA) Werden durch Bakterien aus Zucker, Glukose oder Pflanzenölen gewonnen. Je nach Bakterienstamm und Kohlenstoffquelle entstehen unterschiedliche Kunststoffe mit verschiedenen Eigenschaften. Sie
werden vor allem für Verpackungsmaterial, aber auch im medizinischen Bereich (Nähte oder Implantate) angewendet. PHA bauen sich sowohl an der Luft als auch im Wasser ab.

Cellulosederivate werden aus Cellulose hergestellt, die chemisch aus Holz oder Baumwollresten extrahiert wird. Die Zellulose kann zu Celluloseacetat verarbeitet werden, woraus sich etwa Brillengestelle oder Verpackungsfolien herstellen lassen. Die Abbaubarkeit ist gering, kann jedoch mit biologischen Weichmachern verbessert werden.

 

Bio ist nicht gleich bio

Die Begriffe Bioplastik oder Biokunststoff werden auf zwei verschiedene Weisen verwendet.

Biokunststoff im Sinne des Bundesamts für Umwelt (Bafu) bezeichnet biologisch abbaubare Werkstoffe, also Materialien, die von natürlich vorkommenden Mikroorganismen unter gewissen Bedingungen komplett abgebaut werden. Ob sie aus erneuerbaren Rohstoffen oder aus Erdöl hergestellt wurden, spielt dabei keine Rolle.

Manchmal wird der Begriff aber auch für Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais oder Zuckerrüben verwendet. Das bedeutet nicht, dass diese Materialen biologisch abbaubar sind. Mit biologischer Landwirtschaft hat der Wortteil «Bio» hier nichts zu tun.

Für die Konsumenten ist die Situation unübersichtlich, eine standardisierte Kennzeichnung existiert nicht. Einzig für biologisch abbaubare Grünabfallsäcke hat sich die Branche geeinigt: Säcke, die mit einem Gitterdruck versehen sind, dürfen in die Grünabfuhr gegeben werden. Das heisst aber nicht, dass sie auch im Hauskompost zersetzt werden.

 

Ganzer Beitrag könnt ihr hier lesen.

 

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